Montag, 16. Juni 2014

Eierlikör-Cookie-Creme mit Weinbergpfirsichen

Wenn ich irgendwo zum Essen eingeladen werde, habe ich mir angewöhnt, den Gastgeber zu fragen, ob ich was mitbringen soll. Wenn dann kommt "Egal" (das kommt meistens) entscheide ich mich meist für den Nachtisch, denn für mich alleine mache ich nicht so häufig aufwändige Desserts. Und weil es endlich wieder Weinberpfirsiche zu kaufen gibt, habe ich mich für eine fruchtige Eierlikörcreme entschieden.



Zutaten (für 8 Naschkatzen):
12 Vanillekekse
400ml Sahne
200ml Joghurt
100ml Eierlkör
2 EL Zucker
10 Weinberpfirsiche
3 EL Eierlkör

Anleitung:
1. Eine Glasform mit Keksen auslegen. Sahne steif schlagen.
2. Joghurt mit Likör und Zucker verrühren, Sahne unterheben.
3. Pfirsiche waschen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Unter den Creme heben.
4. Creme auf die Kekse geben und Oberfläche glatt streichen (evtl. mit Gabel Muster ziehen). Mit restlichem Eierlikör besträufeln und min. 1 Stunde kaltstellen.

Dauert: 10 Minuten

Mein Fazit:
Zubereitung:
Kinderleicht, bei der Hitze ein bisschen aufpassen, dass die Sahne nicht zu lange geschlagen und krümelig wird. Insgesamt schnell arbeiten und wieder kühlstellen.
Geschmack: Schön cremig, der Eierlkör gibt der Creme eine schöne Farbe und feinen Geschmack. Die Weinbergpfirsiche machen das ganze fruchtigfrisch. Die Kekse werden durch die Sahne wunderbar matschig weich und verteilen sich dann beim schöpfen in Dessertgläschen gut in der Crememasse. Kam am Grillfest meiner Eltern sehr gut an!


Kurz vor dem Servieren noch etwas Eierlikör über die Creme träufeln.
Man könnte natürlich auch hübsche Nocken ausstechen, aber wenn die Gäste ungeduldig sind, sieht es eben so aus.

Sonntag, 15. Juni 2014

Wildreis mit Pesto-Puten-Röllchen

Als ich ein Kind war, gab es ab und zu Wildreis bei uns zu Hause. Auch wenn ich nicht wusste was das war, hat es mir sehr gut geschmeckt. Nun habe ich diese herrlich nussigen Körner wiederentdeckt und mit einer würzigen Pesto-Sahnesauce verreint. Wie früher gibt es helles festes Fleisch dazu, in Form würziger Putenröllchen mit Rucola, Käse und noch mehr Pesto.



Zutaten (für 2 Wilde):
200g Wildreis (am Besten ist der von Reishunger)
Salz
2 Putensteaks
4 EL rotes Pesto
1 Hand voll Rucola
60g geriebener Emmentaler
100ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
100ml Sahne
50 ml Weißwein

Anleitung:
1. Wildreis in Salzwasser (Menge 1:3) 45 Minuten kochen.
2. Pute flachklopfen und mit je 1 EL Pesto bestreichen. Mit Rucola und Käse belegen und aufrollen. Mit Zahnstocher feststecken und in eine Auflaufform legen. Im Ofen bei 200°C 20 Minuten backen.
3. Gemüsebrühe mit 2 EL Pesto und Sahne verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Über die Putenröllchen in die Auflaufform gießen. Weitere 20 Minuten im Ofen backen.
4. Reis abgießen und mit Pute und Soße auf Teller dekorativ anrichten.

Dauert: 45 Minuten

Mein Fazit:
Zubereitung:
Wow, 45 Minuten sind ganz schön lange Kochzeit für Reis. Bei Wildreis ist das aber normal, er hat sehr feste Konsistenz und braucht einfach die Zeit. Gut finde ich, dass man aktiv nur 10 Minuten etwas arbeiten muss, der Rest passiert dann im Ofen und Topf von allein.
Geschmack: Die Gaumen von meinem Schatz und mir sind ja mittlerweile etwas verwöhnt, aber bei diesem Gericht waren wir uns einig: EINFACH GEIL! Das Putenfleisch wird durch Pesto und Rucola schön würzig und durchs Garen im Ofen total zart. Und dieser Reis! Knackig, nussig, kernig, voller Aroma! Ich könnte nur schwärmen. Er wird noch noch besser durch die cremige Pesto-Sauce. Da kann man gar nicht mehr aufhören mit essen.






Freitag, 13. Juni 2014

Schnelles Bierbrot ohne Hefe

Das Rezept für schnelles Bierbrot geistert schon eine ganze Weile im Internet herum und immer wenn es mir begegnet, denke ich "Das muss ich auch mal ausprobieren!". Ich habe ja vor einiger Zeit mal das "Ratzfatz-Brot" gebacken, das funktioniert wohl nach dem gleichen Prinzip. Am Pfingstwochenende ist uns doch dann tatsächlich das Brot ausgegangen und ich hab das Trendrezept ausprobiert.



Zutaten (für 1 Speedbrot):
300g Weizenmehl
200g Roggenmehl
1 TL Salz
1/2 TL Zucker
1EL Backpulver
1 Flasche Bier (500ml, z.B. Wasseralfinger)

Anleitung:
1. Alle Zutaten in eine große Schüssel geben. Mit einem Löffel so lange rühren, bis eine einheitliche Masse entstanden ist.
2. Teig in eine Kastenform füllen (Silikon oder mit Mehl bestäubte normale Form) und glatt streichen.
3. Bei 200 °C Ober-/Unterhitze das Brot für 45 Minuten backen, bis es eine knusprige Kruste hat.

Dauert: 2 Minuten (und 45 Minuten im Ofen)

Mein Fazit:
Zubereitung:
Zutaten reinwerfen. Umrühren. Ofen. Fertig. Schneller gehts echt nicht. Am besten schmeckt es dann frisch aus dem Ofen, am nächsten Tag würde ich die Brotscheiben nochmal in den Toaster geben, sonst ist es ziemlich "lätschig". Man kann den Brotteig auch etwas pimpen, in dem man geröstete Zwiebel, Käse oder Speckstücke unterknetet. Dann wird das Brot noch würziger.
Geschmack: Der Biergeschmack kommt toll durch, das Brot wird erstaunlich locker. Gut dazu passt ein frischer Dip aus saurer Sahne, Kräutern, geriebenem Edamer und Schinkenwürfeln.

Aus einer Silikonform löst sich das Brot am besten, allerdings verformt es sich mehr beim Backen.
Das saftige Bierbrot schmeckt am besten mit einem cremigen frischen Brotaufstrich.

BANANA!-Eis mit Eierlikör und ein ganzes Buch über Eis: "Frozen Pops"

Es ist Sommer! Bei mir zu Hause hat es aufgrund einer defekten Markise bis zu tropische 38 Grad, was dazu führt, dass wir im Keller schlafen und jede mögliche Abkühlung nutzen. Meine Lieblingsstrategie: Eis essen! Da passt es super, dass ich ein neues Buch vorstellen darf in dem es nur um Eis am Stiel geht. Und für die Zubereitung benötigt man nicht einmal eine Eismaschine!

Schnell schlecken bevor es schmilzt!
Schon das Cover sieht supererfrischend aus!
Das Buch aus dem Fackelträger-Verlag stammt von Doro van Zandt und bietet auf 128 Seiten jede Menge Rezepte rund ums Eis. In der Einführung wird auf die Geschichte des Eis am Stiels eingegangen und danach geht es ein ganzes Kapitel um Zutaten, Utensilien, Förmchen, Vorbereiten und Servieren. Da ist der ein oder andere Tipp für jeden dabei und reinschaun lohnt sich auf jeden Fall.

Auch wenn das Eis später nicht ganz so aussehen sollte, wenn es aus eurer Gefriertruhe kommt, machen diese Fotos richtig Bock auf Eis-Zubereiten

Das Buch teilt sich in folgende Kategorien:
- Eine Frage des guten Stiels
- Coole Pops nicht nur für heiße Tage
- Die Fruchtigen
- Die (nicht nur) NAturgrünen
- Die Prozentigen
- Die Sahnigen
- Rezepteverzeichnis, Dank und Impressum



Die Rezepte sind gut erklärt und leicht nachzuvollziehen. Toll finde ich auch, dass die Zutatenlisten überschaubar sind und man mit wenigen Zutaten (die man in jedem Supermarkt bekommt) besondere kreative Sachen machen kann. Ein bisschen seltsam finde ich nur, dass die Zutaten immer am Rezeptende stehen. Wenn man das System aber einmal durchschaut hat, ist es kein Problem.



Zu jeden Rezept gibt es mindestens ein großes Foto (für mich mittlerweile ein Muss bei Kochbüchern, ohne Foto koche ich ein Rezept nur sehr selten nach) und die Fotos sind von sehr guter Qualität (hübsch arrangiert und farbenprächtig fotografiert). Insgesamt ist die Gestaltung des Buchs eher verspielt, mit hübschen Schriften, bunten Farbkleksen und kleinen Kommentaren am Seitenrand. Das gefällt mir sehr gut und macht richtig Lust auch mal exotischere Sorte wie Kürbis-Ingwer-Orangen-Eis auszuprobieren.




 Und hier das Rezept für eine geniale Kombination:

BANANA!-Eis mit Eierlikör


Zutaten (für 6 kleine Eis am Stiel):
2 Bananen
150ml Bananensaft
70ml Bananenlikör

Anleitung:
1. Bananen schälen. Eine in groben Stücke schneiden und mit Bananensaft und Eierlikör fein pürieren.
2. In Eis-Förmchen füllen, aber noch etwas Platz lassen.
3. Zweite Banane in dünne Scheiben schneiden und ebenfalls auf die Eisförmchen verteilen. Eisstiele vorsichtig einlegen.
4. Im Gefrierfach mindestens 5 Stunden gefrieren lassen.

Dauert: 5 Minuten (plus 5 Stunden im Gefrierfach)

Mein Fazit:
Zubereitung:
Ich habe das Rezept runtergerechnet, weil es für eine größere Menge konzipiert war und ich soviel Eis von der gleichen Sorte nicht zubereiten mag, bevor ich nicht sicher weiß, ob es schmeckt. Die Eismasse ist sehr schnell angerührt. Beim Rausziehen der Eis-Pops aus der Form muss man ein bisschen vorsichtig sein, bei zwei von sechs Versuchen hatte ich plötzlich nur den Stiel in der Hand und das Eis klebte noch in der Form (liegt wohl am verhältnismäßig hohen Fettgehalt der Eismasse). Zur Not mit einem Messer nachhelfen.
Geschmack: Wow! Den Eierlikör schmeckt man tatsächlich deutlich raus (ich dachte irgendwie beim Gefrieren ist das wie beim Kochen, aber hier verfliegt der Alkohol nicht!). Ansonsten natürlich sehr bananig, was aber durch die Cremigkeit gut zum Eis passt. Was man auch drei einfachen Zutaten doch zaubern kann!
 

Hinweis: Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Fackelträger-Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt

Donnerstag, 12. Juni 2014

Sommerliche Pfirsich-Kokoscrumbles

Auf Facebook hatte ich es ja schon geschrieben: Ich hatte vor Kurzem Blogger-Besuch bei mir zu Hause. Kristina von Bonny und Kleid und Monica von Dila vs. Kitchen sind beide aus dem nahe gelegenen Schwäbisch Gmünd und kamen vorbei und mit mir über ein geplantes gemeinsames Blogger-Projekt zu sprechen. Obwohl es am Tag des Besuchs unglaublich heiß war, wollte ich den beiden natürlich was leckeres backen und habe mich so für Crumbles entschieden. Die gehen schnell und sind superlecker. Vom tropischen Wetter inspiriert habe ich meinen Klassiker (Apfelcrumbles) etwas abgewandelt und Pfirsiche und Kokos verwendet.


Zutaten (für 14 sommerliche Crumbles)
:
100g Kokos
100g weiche Butter
100g Mehl
100g Zucker
7 Pfirsiche

Anleitung:
1. Kokos, Butter, Mehl und Zucker so lange verkneten, bis große Brösel enstehen. Pfirsiche waschen, entkernen und in grobe Stücke schneiden.
2. Muffinblech mit Förmchen auslegen und 2/3 der Brösel hineinstreuen. Leicht andrücken, Pfirsiche darübergeben und restliche Brösel darüberstreuen.
3. Im Ofen bei 180°C 30 Minuten backen.

Dauert: 15 Minuten (plus 30 Minuten im Ofen)

Mein Fazit:
Zubereitung:
Wie oben beschrieben, total easy, kann man sicher auch gut mit Kindern backen, weil man mit den Bröseln so schön rumsauen kann.
Geschmack: Wer Kokos mag, wird diese Dinger lieben! Die Kokosbrösel verbinden sich unten zu einem schönen festen Boden. Dazwischen kommen dann die weiche fruchtige Pfirsiche und oben schön knusprig gebackene Brösel.

Jetzt nur noch Brösel darüberstreuen und ab in den Ofen.
Am besten schmeckt Limetten-Kokos-Eis zu den Crumbles!

Mittwoch, 11. Juni 2014

Genußwanderung Liebliches Taubertal - Tag 2: Tauberbischofsheim

Und weiter geht's mit Teil 2 meines Berichts von der Wanderung durchs liebliche Taubertal.
Wie bereits berichtet, hatte mir der Touristikverband ausführliches Infomaterial zusammengestellt, eine besonders große Hilfe waren die ausgedruckten Wanderkarten aus dem Wanderportal ALP mit dem eingezeichneten Weg. So war es für uns leichter den Überblick zu behalten. Unsere erste Wanderetappe führte uns von Wertheim bis nach Tauberbischofsheim, laut Plan 26 Kilometer. Ich bin noch nie bewusst so weit am Stück gelaufen und war gespannt, ob sich meine Joggerei in letzter Zeit irgendwie bezahlt machte. Ein letzter Blick auf die hübschen Fachwerkhäuser Wertheims und los ging es:

Wertheim war Startort unserer Wanderung
Die morgendliche Luft war angenehm frisch und die Rucksäcke noch ganz leicht auf unseren Schultern. So beschwingt folgten wir unserem vorgegebenem Weg steil nach oben an der Wertheimer Burg vorbei. Wir beschlossen die Burg am Rückweg in Ruhe zu besichtigen und uns lieber unserer langen Tagesetappe zu widmen. Der Weg zur Burg war gesäumt von duftenden Kräutern und von Schnittlauch über Salbei bis hin zu Minze luden die Pflanzen zum Schnuppern ein.

Eine mittelalterliche Lombard-Street (links)? Ich in Wandermontur (rechts o.). Duftender Salbei am Wegesrand (rechts u.).
An der Burg vorbei wurde der Weg immer mehr "Natur" und wir genossen (trotz Heuschnupfen) den Duft der morgendlichen Felder. Schnell merkten wir, dass unser Weg überall durch kleine rote Schilder mit Wanderstiefeln gekennzeichnet war, die uns die komplette Wanderung über begleiten sollten. Ich fühlte mich ein bisschen wie bei einer Schnitzeljagd, immer auf der Suche nach dem nächsten Hinweisschild. Das Wetter war perfekt für uns: Um die 10 Grad, manchmal leichter Nieselregen, was uns vor Heuschnupfen und Sonnenbrand schützte.

Sattgrüne Felder soweit das Auge reicht (links). Immer den roten Stiefeln folgen (rechts o). Hurra, weg vom Alltag (rechts u).
Punkt 12 Uhr erreichten wir nach mehreren Stunden einsamer Wanderung (außer uns war scheinbar wirklich kein Mensch unterwegs) die nächste Stadt: Gamburg.

Kleine Entdeckungen überall und eine schwimmende Gänsefamilie begrüßt uns in Gamburg.
Unser Magen knurrte und ich brannte bereits darauf die lokalen Köstlichkeiten zu erforschen, weswegen wir gleich ins erste Lokal im Ort gingen, die "Schlupfe-Scheune", ein uriger Gasthof, der tatsächlich in einer ehemaligen Scheune aufgebaut war. Die Einrichtung war einfach, aber liebevoll mit vielen Gegenständen von früher (alte Wagenräder an der Wand und antiquierte Bügeleisen auf dem Fensterbrett).

Marco wählte Salate von der kalten Theke und Cordon Bleu. Ich habe natürlich probiert, war lecker, das Cordon Bleu knusprig gebraten mit herauslaufendem Käse und die Salate frisch und selbstgemacht (leider ziemlich mayonnaise-lastig).


Für mich sollte es lokaler sein und so wählte ich die Grünkernsuppe. Eine gute Wahl! Grünkern wurde vor 300 Jahren im Taubertal entdeckt, als hungrige Bauern den Dinkel zu früh geerntet und im Backofen gedorrt haben. Sie entdeckte, dass die Körner lecker schmecken und so wird der "grüne Kern" bis heute besonders gern in Suppenform serviert. Die Suppe schmeckte lecker würzig, leicht nussig und erdig nach Getreide. Die Konsistenz angenehm sämig.


Zum Nachtisch holte mein Schatz sich noch einen sensationell leckeren Apfelkuchen, bei dem wir uns nicht sicher waren, ob er selbergemacht war. Er schmeckte jedenfalls genial, sehr saftig, leicht zimtig und nach irgendeinem Schnaps.


Satt und zufrieden gings weiter, mal wieder einen steilen Weg nach oben zu einer Burg. Die Burg in Gamburg ist vollständig erhalten und sogar bewohnt. Die mögliche Führung haben wir aber aus Zeitgründen nicht gemacht. Besonders gut gefiel mir das Rapunzeltürmle, dass in der Nähe des Schlosses aus dem Wald ragte. Sehr märchenhaft!
Der Stoff aus dem die Märchen sind... das "Türmle" am Krappentor
Die Gamburg ist noch gut in Schuss, an bestimmten Terminen kann man sogar eine Gespensterführung mitmachen.
An einem Stück Weide wurden wir neugierig von den Gamburger Kühen beobachtet. An einem Schild am Weidezaun erfuhren wir, dass es sich um spezielle Zebu-Rinder aus Asien handelt, die besonders gut geeignet für die Haltung an Steilhängen sind. Der örtliche Bioladen verkauft Milch- und Fleisch-Produkte von diesen schönen Tieren. Als mein Liebster frisches Gras pflückte, kamen die zutraulichen Tiere tatsächlich eins nach dem anderen angelaufen, bis die ganze Herde mit großen Augen darauf wartete bis wir weiteres Gras und Kräuter vom Wegrand anschleppten :-)


So abgelenkt verpassten wir wohl eines der roten "Stiefelschilder" und plötzlich waren wir komplett vom Weg abgekommen. Nach Gefühl schlugen wir den Weg durch den Wald ein, merkten aber schon, dass die Richtung nur ungefähr stimmte. Dazu  wurden die Rucksäcke nun doch langsam schwer und die Füße immer müder. Als der Wald aufhörte und wir uns an einer Landstraße orientieren konnten, entdeckten wir, dass wir einen relativ großen Umweg genommen hatten und mussten ein gutes Stück an der Landstraße entlang laufen bis wir endlich wieder die bekannten roten Schilder sahen. Glücklicherweise war auch auf der Straße wenig los und wir mussten nur zwei mal einem Auto Platz machen.Viele weitere Stunden wanderten wir so weiter bis endlich die Dächer Tauberbischofsheims am Horizont auftauchten. Der letzte Kilometer war der schwerste und mit rauchenden Füßen bestand ich immer häufiger auf eine Pause an einer der vielen Bänke am Wegrand. Zu allem Überfluss begann es dann auch noch zu regnen. Und endlich standen wir vor dem Hotel "Adlerhof", unserer Unterkunft für heute. Leider waren die Türen verschlossen, aber auf einem Schild war eine Handynummer angegeben. Kurz angerufen und 5 Minuten später düste eine Frau im Auto heran und gab uns die Zimmerschlüssel.
Tipp: Wanderschuhe gleich an der Rezeption ausziehen und den restlichen Weg zum Zimmer in Socken gehen. Die Hotelbesitzer werden es euch danken, wenn sie nicht die Dreckklumpen hinter euch herkehren müssen!

Ich glaube, ich war noch nie so dankbar für eine heiße Dusche! Erst danach besah ich mir unser Zimmer: Es war ähnlich eingerichtet wie das gestrige in Wertheim. Eher einfach und vom Stil wie Omas Wohnzimmer, aber mit allem was man braucht, sogar eine Gratisflasche Wasser und Teekocher mit verschiedenen Teesorten. Der größte Vorteil des Hotels ist die zentrale Lage, in einer Minute ist man schon in der Fußgängerzone. Das war uns im Moment aber egal, denn wir mussten erst einmal unsere Füße ausruhen.

Gegen 18 Uhr trieb uns der Hunger dann doch aus dem Haus und wir schleppten uns bei leichtem Regen durch die (schon wieder) leere Innenstadt. Obwohl wir heute früher dran waren, waren nur wenige Menschen unterwegs und die Restaurants nur schlecht besucht. Das bei Tripadvisor empfohlene Restaurant hatte leider wegen dem Feiertag geschlossen, weshalb wir uns dann für das örtliche Steakhouse entschieden: "Arena". Wir wurden sehr nett von der Kellnerin begrüßt, aber ein Blick auf die Karte warf Zweifel bei mir auf: Die Speisekarte war sehr ausführlich. Zu ausführlich. Ich finde es immer gefährlich wenn ein kleines Restaurant mit wenig Personal über 100 verschiedene Gerichte anbieten kann. Meine Befürchtung bewahrheitete sich leider: Aufgepepptes Tiefkühlessen! Marco hatte die Lasagne bestellt (definitiv TK, sah auch sehr nach Fertiggericht aus) und ich die Filetpfanne (Schweinefilet, Champignonrahmsoße und Spätzle). Diesmal hatte ich die bessere Wahl getroffen, denn auch wenn die Spätzle ein Fertigprodukt waren, schmeckte mein Pfännchen nicht schlecht und sah rein optisch auch noch schön aus. Insgesamt kann ich aber das Restaurant "Arena" nicht weiterempfehlen, so leid es mir tut.


Obwohl die Füße noch nicht erholt waren, gingen wir noch ein bisschen die Fußgängerzone entlang und fragten eine Einheimische nach Kino und ähnlichem. Sie schüttelte nur den Kopf, soetwas gab es hier nicht. Also zurück ins Hotel, dort lief dann sogar noch eine recht nette Doku über Schottland und das beste war: Wir mussten nicht mehr laufen.

Auch den Bericht von dieser Etappe beende ich mit dem Frühstück am nächsten Tag: Wir wachten um 7.30 Uhr erstaunlich erholt auf. Ich merkte zwar deutlich die Belastung an den Füßen, aber sonst ging es mir gut. Sehr motivierend kam für mich dazu, dass die nächste Etappe nur 14 Kilometer lang war, also ein Pappenstil im Vergleich zu gestern. Das Frühstück im Adlerhof war lecker, reichhaltig und bot alles, was wir uns wünschten: frische Früchte, Wurst, Käse, Brötchen, Eier, Cerealien etc. Besonders hübsch fand ich die Eierwärmer, die kleine selbstgestrickte Mützen waren.

Fortsetzung folgt! Mehr Infos zum Wanderportal inkl. Vorschlägen für Wandertouren und Komplett-Pauschal-Pakete findet ihr unter www.WanderSüden.de. Mehr über die Gegend, die wir bewandert haben unter www.liebliches-taubertal.de.

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Dienstag, 10. Juni 2014

Genußwanderung Liebliches Taubertal - Tag 1: Wertheim

Wandern ist der neue Trend! Immer mehr Leute in meinem Freundes- und Bekanntenkreis packen am Wochenende ihre Rucksäcke und gehen auf Wandertour. Die Bewegung in der Natur, die Ruhe und das bewusste Zeitnehmen für einfache Sachen ist der perfekte Ausgleich für stressigen Arbeitsalltag vieler (auch junger) Menschen. Auch mich hat das Wanderfieber gepackt und so sind mein Schatz und ich immer häufiger in unseren Wanderschuhen unterwegs in der Natur. Und weil Wandern für mich auch immer mit Essen und Genießen verbunden ist, werde ich künftig auch hier auf Kochliebe darüber berichten. Den Beginn dieser neuen Kategorie "Unterwegs" macht ein mehrteiliger Bericht über unsere Genußwanderung im "Lieblichen Taubertal":

Märchenhafte Ausblicke, verwinkelte Gässchen und duftende Wälder findet man im Taubertal überall.

Bevor es losgeht: Planen und Packen
Ich darf diese Reise fürs Tourismusportal "WanderSüden" vorstellen und habe so auch alles dort gebucht. Das hat einen riesigen Vorteil für mich: Der Tourismusverband "Liebliches Taubertal" übernahm die komplette organisatorische Vorbereitung! Ich musste nur unsere Wünsche und Wandergewohnheiten nennen, woraufhin man mir die Wanderstrecke "Wertheim-Bad Mergentheim in 4 Tagen" vorgeschlagen hatte. Ich musste nur noch den gewünschten Reisezeitraum nennen und schon haben die netten Damen vom Verband eine detaillierte Wanderroute ausgearbeitet, Hotels gebucht und Sehenswürdigkeiten in den jeweiligen Orten herausgesucht. Ein Traum!
Die Unterlagen kamen eine Woche vor Reisebeginn per Post und ich musste nur noch Packen. Wobei das gar nicht so einfach war, denn ich wusste: Alles was ich einpacke, muss ich den ganzen Tag auf dem Rücken tragen! So habe ich es tatsächlich geschafft, mich auf ein Paar Schuhe zu beschränken und auch so sahen meine Outfit-Möglichkeiten eher einfach aus.
Kurz vor der Reise erhielt ich ein umfangreiches Infopaket mit Broschüren, Wanderkarten und den Hotelgutscheinen. Nettes Gimmick: Vergissmeinnicht-Saatgut
Urlaub - Wir kommen!
Am 28. Mai war es dann soweit und unser Wanderurlaub konnte losgehen. Raus aus dem Büro, rein ins Vergnügen. So sah zumindest der Plan aus. Diesen Plan hatten aber wohl viele andere auch und so standen wir erst einmal im Stau. Statt der geplanten eineinhalb Stunden zu unserem Startort Wertheim, benötigten wir 3 Stunden und 20 Minuten. Wir kamen so erst kurz vor 21 Uhr hungrig und müde in Wertheim an. Glücklicherweise hatten wir vorher im Hotel bescheid gesagt und die nette Dame an der Rezeption hatte uns den Schlüssel im hoteleigenen Restaurant hinterlegt.
Mein Tipp: Lieber mit dem Zug fahren! Das dauert meistens weniger lang und spart Nerven!
Wertheim ist ein hübsches kleines Örtchen, voller verwinkelter Gässchen und Fachwerkhäuser, über allem ragt die gut erhaltene Ruine der Burg Wertheim und rundum sieht man schon die Weinberge und grünen Wiesen des Taubertals. Jetzt mussten wir nur noch das Auto irgendwo abstellen.
Mein Tipp: Wenn man sich nicht auskennt, ist Parken in Wertheim meist teuer und zeitaufwändig. Im Hotel hat man uns einen kostenlosen Parkplatz verraten (siehe Karte). Hier steht das Auto die nächsten vier Tage sicher und gratis.

Wir waren im "Tauber Hotel Kette" untergebracht, das waren vom Parkplatz 3 Gehminuten. Das Hotel liegt sehr zentral im Ort, direkt an der Tauber und ist zwar nicht mehr das Neueste, hat aber seinen eigenen Charme. Die Zimmer (wir hatten Glück und ein Zimmer zur Flussseite) sind einfach eingerichtet, aber sauber und bieten alles, was man so braucht, auch Fön und Duschgel im Bad und sogar einen Flatscreenfernseher. Eine Flasche Wasser und Schoki auf dem Kopfkissen sind ein nettes Extra für den Gast.



Ein kleiner Spaziergang durch die Gässchen Wertheims zeigte uns leider, dass die Wertheimer wohl früh zu Bett gehen. Es war 21 Uhr und die meisten Restaurants leer oder bereits geschlossen, auch die Straßen waren wie ausgestorben. Also sind wir wieder zurück ins Hotelrestaurant "Zorbas", ein Grieche.
Zu einem kühlen Radler (mit hauseigenem Bier "Specht) bestellte ich mir eine Vorspeisenplatte und mein Schatz den Klassiker Gyros mit Tsatsiki. Der Service war sehr freundlich und brachte die Speisen ziemlich schnell.
Auf meiner Vorspeisenplatte waren weiße Bohnen in Tomatensoße (lecker), eingelegte Pepperoni (ok), gefüllte Weinblätter (leider mit einer kalten Fertigsoße übergossen und gegritte Paprika (ok). Dazu frisches Chiabatta. Insgesamt war ich etwas enttäuscht vom Essen, weil die meisten Sachen direkt aus dem Glas kamen. Marcos Gyros war deutlich leckerer. Gut gewürztes Fleisch mit scharfen Zwiebeln, cremigem frischen Tsatsiki und Tomatenreis. Entschädigt wurde ich von einem wunderschönen Blick auf den Fluss und Ouzo aufs Haus der uns vor und nach dem Essen angeboten wurde. Um genau 22.22 Uhr fielen wir müde in die Betten und schliefen beim sanften Plätschern der Tauber ein.


Gut erholt standen wir am nächsten Tag auf und stärkten uns mit dem reichhaltigen Hotelfrühstück: Es gab viel Frisches: Wurst, Käse, Früchte, Joghurts, Ceralien, Brot, Brötchen, etc. Die Stärkung war auch nötig, denn es lagen 26 km bis Tauberbischofsheim vor uns!


Fortsetzung folgt im Bericht Nummer 2! Mehr Infos zum Wanderportal inkl. Vorschlägen für Wandertouren und Komplett-Pauschal-Pakete findet ihr unter www.WanderSüden.de. Mehr über die Gegend, die ich bewandert habe unter www.liebliches-taubertal.de.

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Montag, 9. Juni 2014

Zucchini im Glas und Rezension "Das Genießer-Handbuch - Haltbarmachen"

36 Grad und es wird noch heißer... der Sommer ist da! Endlich! Wenn es auch bei uns in Deutschland wieder richtig warm wird, fallen mir jedes Jahr zwei Dinge auf: a) ich liebe Sommerkleider und b) Obst und Gemüse wird plötzlich viel schneller schlecht. Tja. Was nun mit diesen zwei schlauen Erkenntnissen? Zuerst mal war ich am Samstag ordentlich shoppen und habe 3 superhübsche neue Kleidchen im Schrank. Eigentlich will ich aber auf b) hinaus: Obst und Gemüse schnell verarbeiten oder irgendwie haltbarer machen. Wie es der Zufall will, habe ich schon wieder ein neues Buch im Kochbuchregal: "Das Genießer-Handbuch: Haltbarmachen". Es ist faszinierend, was man alles einkochen, einmachen und konservieren kann. Und das Beste: Die meisten Sachen schmecken dadurch sogar noch besser, weil man sie so mit Gewürzen verfeinern oder mit anderen Zutaten kombinieren kann. Als Beispiel gibt es am Ende das Rezepte für sehr sehr delikate Zucchini im Glas.



Die Autorin Gabriele Gugetzer hat in diesem Buch die Theorie des Konservierens mit der Praxis kombiniert: Neben vielen Techniken des Haltbarmachens (Einmachen, Dörren, Kandieren, Alkohol, Einsalzen und Gelieren) findet man jede Menge kreativer Rezepte, die richtig Lust aufs Umsetzen machen. Früher habe ich immer Omas Kellerregal bewundert, auf dem die bunten und handbeschrifteten Einmachgläser voller Leckereien standen. Heute kann ich das selber, denn es ist gar nicht so schwer!
 
Das Kochbuch aus dem blv-Verlag hat 192 Seiten und ist in folgende Kapitel aufgeteilt:
  • Basiswissen
  • Techniken zum Haltbarmachen
  • Richtig lecker: Reste
  • Sonstiges (Verzeichnisse, Quellen, Über die Autorin)
Das Lemon Curd sieht auf dem Foto schon so cremig und frisch aus, dass ich es auf jeden Fall nachmachen möchte!
Das zweite Kapitel ist dann nochmal in die einzelnen Techniken unterteilt. Hier wird am Anfang immer jede Technik ausführlich und anschaulich erklärt, mit vielen Tipps und Tricks. Anschließend folgen dann die Rezepte, jedes mit großem Foto. Die Fotos sind gut gemacht, hübsch arrangiert und professionell umgesetzt (Fotografin war Tanja Bischof, die schon seit 1994 für Kochbücher und -magazine fotografiert). 

Die Rezepte sind ausführlich und verständlich beschrieben. Da kann eigentlich nichts schief gehen.
 Die Rezeptbeschreibung ist immer sehr verständlich geschrieben, ab und zu gibt es auch einen Zusatztipp. Das Einzige was ich mir dazu noch gewünscht hätte, wäre eine feste Angabe, wie lange jedes Gericht haltbar ist und wo man es lagern soll. Das steht manchmal darunter und ja auch ganz grob in der Einleitung, aber bei manchen Sachen eben auch nicht und da wäre ich mir dann unsicher.
Ein Beispiel dafür sind die Zucchini im Glas, die aber so lecker sind, dass sie sowieso nicht lange haltbar sein müssen:

Zucchini im Glas

Zutaten (für 1 großes Glas (z.B. Cornichonglas): 
2 mittlerer Zucchini (ungefähr 500g)
3 Zehen junger Knoblauch
1 Bund glatte Petersilie
100ml Olivenöl
Salz, Pfeffer
2-3 EL Balsamicoessig (weiß)

Anleitung: 
1. Zucchini putzen und in feine Scheiben schneiden. Knoblauchzehen abziehen und ganz fein hacken.
2. Petersilie kalt abbrausen, trockenschütteln und fein hacken. Mit Knoblauch verrühren und beiseitestellen.
3. 2 EL Olivenöl in Pfanne erhitzen und Zucchini in Pfanne auslegen (nur so viele, dass jede Scheibe den Boden berührt). Salzen, Pfeffern und von beiden Seiten bei mittlerer Hitze anbraten.
4. Scheiben aus der Pfanne auf ein Küchenpapier zum Abtropfen geben. Schritt 3 wiederholen, bis alle Zucchini angebraten sind.
5. Glas und Deckel sehr heiß ausspülen (ich nehme dazu immer Wasser direkt aus dem Wasserkocher) und Zucchinischeiben in dünnen Lagen schichten. Zwischendurch Petersilien-Knoblauch-Mischung hineinstreuen und etwas mit Balsamicoessig beträufeln.

Dauert: 20 Minuten

Mein Fazit: 
Zubereitung: Diese italienische Konservierung geht ziemlich fix und ist ein tolles Mitbringsel zum Grillen!  Kann man schön als Antipasto servieren, aber auch zu Pasta oder Fleisch. Wie gesagt, leider stand nicht im Rezept, wie lange die Zucchini haltbar sind, da sie aber nicht vollkommen eingelegt sind, würde ich vorsichtshalber mal sagen: Im Kühlschrank 1 Woche.
Geschmack: Obwohl verhältnismäßig wenig Fett verwendet wurde, schmecken die Zucchini wunderbar intensiv und ölig. Knoblauch und Kräuter passen perfekt zu den Zucchini. Ich habe die Zucchini zum Grillfest bei meinen Eltern mitgebracht, wo sie super ankamen!

Jetzt nur noch Deckel drauf und ein hübsches Stück Stoff mit Geschenkband darum.

Perfekte Ergänzung für den Grillteller!

Nach 10 Minuten sah das Glas so aus: Fast leergefuttert!
Hinweis: Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlags "blv" kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt